weitere Beiträge

Schwungvoll mit der Sense mähen für den Naturschutz

Jörg Schwille, der für den OGV Lichtenstein eine zweistündige Einführung in die Technik des Sensenmähens und –schärfens gab und Rolf Goller, der die Veranstaltung souverän eröffnete, staunten nicht schlecht. 25 Besucher aus Lichtenstein und den umliegenden Ortschaften waren zum Sensenkurs in den Dorsach gekommen.

Wir haben von unserer Oma noch eine ganz alte Sense auf dem Dachboden. Die Sense hat einen Holzstiel mit 2 Handgriffen und eine gebogene Schneide aus Metall. So einfach ist es aber nicht. Jörg Schwille und seine Tochter Katrin, die beide regelmäßig an Sensenmäher-Wettbewerben teilnehmen, erklärten erst mal die Begriffe für die Elemente einer Sense.

Bald schwirrten einigen Neulingen die Köpfe von den vielen neuen Informationen. Der Holzstiel heißt Worb und hat einen Befestigungsring oder eine Verstellschraube. Am Sensenblatt wird die Hamme, die in Verbindung mit dem Sensenrücken das Blatt verstärkt und die Schneide unterschieden. Das breite Ende der Schneide wird Bart genannt.

Die Sense wird je nach der Körpergröße gewählt und dann auf den Körperbau des Mäders oder der Mäderin eingestellt und justiert. Der Worb ist je nach Gegend verschieden geformt. Die Normallänge schwankt zwischen 1,40 und 1,55 m.

Die Verbindung des Sensenblattes mit dem Worb erfolgt durch die Hamme. Sie trägt zur Winkeleinstellung des Blattes einen Dorn, der am unteren Worb in einem gelochten Flacheisenbeschlag eingerastet wird.

Die Spitze des Schneideblattes darf leicht aufgebogen sein. Die Wölbung des
Sensenblattes wird Zirkel genannt. Sie erleichtert den Schnitt. Die Länge des
Sensenblattes kann sehr unterschiedlich sein von 50 bis zu 95 cm. Für große Flächen ist ein langes Sensenblatt günstiger, jedoch muss der Mäher
oder die Mäherin dann professionell im Mähen geübt sein.

Sensenmähen hat viele positive Auswirkungen auf unsere Umwelt und Gesundheit, da das Mähen ohne lauten Motor das Klima und die Ohren schont – vor allem die Ohren der Nachbarn. Man kann mit eigener Kraft und einfachen Mitteln eine naturnahe Arbeit erleben und die Sense verschont im Gegensatz zur Motorsense Kleintiere und Insekten. Mit der Sense kann man eine artenreiche Mähwiese erhalten oder wieder herstellen. Durch gezieltes Mähen in Etappen werden die Nahrungsquellen der Honig- und Wildbienen auch außerhalb der Blütezeit erhalten. Bienen sind besonders wichtig für die Bestäubung der Obstblüten in der freien Landschaft und im Hausgarten. Selbst gezogenes Obst verringert die Transportwege aus Übersee.

Dann ging es an die Form des Sensenblattes und die Kontrolle der richtigen Wölbung und schließlich an das Dengeln, das Schärfen des Sensenblattes. Jörg Schwille stellte verschiedene Ambossformen und Hammerarten vor. Manche sind für Anfänger besser geeignet als andere und auf Bergwiesen gibt es einfache mobile Dengelunterlagen.

Am einfachsten scheint das Dengeln für Anfänger mit einem Bolzen und einer darüber gestülpten gehärteten Hülse zu gehen. Damit wird durch den Bolzen der zu schärfende Rand in der Position gehalten und durch die Stärke der Hülse die Breite des Dangels vorgegeben. Das Dengeln ist Präzisionsarbeit und muss in ganz kleinen Schritten erfolgen.

Wenn wir gerade bei kleinen Schritten sind, gelten diese auch für das Mähen mit der Sense. Der Mäher oder die Mäherin brauchen gutes Schuhwerk und einen festen Stand. Man macht eigentlich keine Schritte, sondern schleift nur mit den Schuhen nach jeder Sensenbewegung langsam vorwärts.

Man kann das Mähen mit der Sense und das Dengeln nicht einfach beschreiben – Sie müssen es selbst erleben. Wir werden sicherlich einen weiteren Einführungskurs zum Sensenmähen durchführen – Wenn Sie das Sensenmähen wirklich lernen und anwenden wollen, besuchen Sie am besten einen der Kurse von Jörg Schwille, die einen ganzen Tag dauern und praktische Übungen beim Mähen und Schärfen der Sense mit Dengelhammer, Amboss und Abziehen mit dem Wetzstein einschließen.

Obst- und Gartenbauverein Lichtenstein e.V.            –                Fotos und Text Werner Neubrander

www.nussbaumweg.de   –   www.ogv-Lichtenstein.de