weitere Beiträge

Kulturlandschaft Streuobstwiesen

Streuobstwiesen sind ein wesentlicher Teil unserer Kulturlandschaft

Die Hochflächen des Imenbergs und die östlichen Hänge des Zellertals gehören zur Kernzone des „Biosphärengebiets Schwäbische Alb“. Unterhalb der Waldgrenze schließt sich an die Kernzone eine Pflegezone mit Magerwiesen an. Beide Zonen stehen unter Naturschutz und dürfen nicht verändert werden. Die Regelungen für Naturschutzgebiete enthalten jedoch auch ein Verschlechterungsverbot. Dies gilt speziell für die Magerwiesen im unteren Teil der Hänge des Zellertals.

Ein großer Teil dieser Magerwiesen war völlig verbuscht und leistete damit der Sukzession des Waldes Vorschub. Mitten zwischen den Dornenhecken standen einige Obstbäume und viele alte Nussbäume. Beim Anlegen seines Nussbaumwegs im Jahr 2018 hat der Obst- und Gartenbauverein Lichtenstein e.V. beschlossen, diese alten Nussbäume freizulegen und in den Nussbaumweg zu integrieren.

Es war ein langer Weg durch Behörden und Institutionen, bis die Genehmigung zum Freilegen der Magerwiesen und der Nussbäume vorlag. Mit der Unterstützung des Landschaftserhaltungsverbandes beim Landratsamt Reutlingen konnten die freiwilligen Helfer des OGV Lichtenstein schließlich in mehreren Abschnitten die Hecken roden und den ursprünglichen Zustand der Magerwiesen wieder herstellen.

Die Gemeinde Lichtenstein hat viele Flächen auf der Alb und an den Hängen des Zellertales als Schutzzonen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb ausgewiesen. Ohne Pflege können diese Schutzzonen aber nicht als Grasflächen und Streuobstwiesen erhalten werden. Da es keine verbindlichen Regelungen für eine finanzielle Unterstützung bei der Pflege der Naturschutzgebiete gibt, unterstützt der Obst- und Gartenbauverein die Gemeinde Lichtenstein zusammen mit dem Bauhof und der Forstverwaltung bei der Pflege der Bäume und Wiesen.

Pflegezonen müssen gepflegt werden

Wenn man die Pflegezonen nicht regelmäßig pflegt und bearbeitet, werden sie von Büschen, Hecken und Bäumen überwuchert und schließlich wieder zu einem Teil des Waldes (Sukzession des Waldes). Die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins haben selbst Hand angelegt, um unsere Umwelt zu verbessern. Damit leistet der OGV Lichtenstein zusammen mit der Gemeinde einen konkreten Beitrag für den Klimaschutz.  Wiesen, die regelmäßig gepflegt und gemäht werden, nehmen etwa dreimal mehr Wasser auf, als ungepflegte von Schlingpflanzen und Dornenhecken überwucherte Flächen. Intakte Wiesen sind eine wesentliche Voraussetzung für den Artenschutz und  Hochwasserschutz.

Die Pufferung von Niederschlägen durch offene Böden verbessert auch die Bioeffizienz über Photosynthese. Kohlenstoffsenken haben eine große Bedeutung für das globale Klima, weil sie das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre aufnehmen und damit den Treibhauseffekt abschwächen.

Die Pflege der Wiesen ist deshalb ein wichtiger Faktor des Klimaschutzes. Grünland hat weltweit sogar einen höheren Stellenwert als natürliches CO2-Reservoir (CO2-Senke) als der Wald und große Mengen an CO2 werden als Kohlenstoff über die Photosynthese im Humus gepuffert. Die Vernachlässigung oder Vernichtung von Wiesen und Weiden erhöht die Klimaerwärmung.

Projekt zur nachhaltigen Bewirtschaftung privater Grundstücke auf den Gemarkungen Eningen und Lichtenstein

Vor diesem Hintergrund soll im Projekt „Nachhaltige Bewirtschaftung privater Grundstücke“ die Eignung von Schnittgut von privaten Streuobstwiesen in einer Biogasanlage als alternativer Verwendungsweg untersucht werden. In diesem Projekt arbeiten die Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie (Universität Hohenheim), der Untere Lindenhof, das Landratsamt Reutlingen, der Landschaftserhaltungsverband Landkreis Reutlingen e.V. und die Obst- und Gartenbauvereine Eningen u.A. und Lichtenstein zusammen.

Helfen Sie mit, unsere landschaftstypischen Streuobstwiesen und Magerwiesen zu erhalten, die das Landschaftsbild unserer Heimat prägen.

Obst- und Gartenbauverein Lichtenstein e.V

Internetseiten: www.Nussbaumweg.de und www.OGV-Lichtenstein.de